Gartensommer in der Kartause Ittingen 

Klösterliche Idylle und Gartenkultur




Die Kartause Ittingen besitzt 250 meist historische Rosensorten.




 
Ruhesuchende finden in der Stille des Thymianlabyrinths zur Mitte.



 

Der grosse Kreuzgarten ist Teil der historischen Klosteranlage.


  

 


In der Kartause Ittingen leben und arbeiten Menschen seit Jahrhunderten und hinterlassen ihre Spuren. Dies gilt nicht nur für die Klostergebäude, sondern auch für die Gärten. Wer mit offenen Augen durch Innenhöfe und Aussenbereiche der Kartause streift, stösst inmitten der Blütenpracht heutiger Bepflanzung immer wieder auch auf Fragmente historischer Gartengestaltung.

Gärten sind ein Spiegel ihrer Zeit und geben Auskunft über den Alltag und die Lebensvorstellungen der jeweiligen Zeitgenossen und „Gärtnerinnen“. Alte Ansichten des Klosters zeigen, dass bereits die Kartäusermönche ihre Gärten mit Sorgfalt pflegten. So bepflanzte nicht nur jeder Mönch den kleinen Garten vor seiner Zelle. Der kleine und der grosse Kreuzgarten im Innern des Klosters bildeten Orte der Ruhe und der Meditation, während ausgedehnte Flächen in der äusseren Klausur für den Gemüseanbau genutzt wurden. Nach der Aufhebung des Klosters 1948 und zur Zeit der Familie Fehr (1867 – 1976) dienten die Gärten der Repräsentation und der Erholung. Geometrie und Symmetrie prägten die repräsentativen Teile. Daneben finden sich immer wieder idyllische Ecken, die der romantischen Sehnsucht nach der unberührten Natur Ausdruck verleihen.

In der heutigen Gestaltung der Gärten treffen historische Zeugnisse und neue Nutzung oft ganz unvermittelt aufeinander. Im historischen Prioratsgarten stehen die Steinbänke der zeitgenössischen Künstlerin Jenny Holzer. Ein Kräutergarten versorgt den Gastwirtschaftsbetrieb mit Würze und der rekonstruierte mittelalterliche Klostergarten dient als didaktisches Instrument. Das Labyrinth ist Ort der Selbstfindung und der Kontemplation während im Frühsommer über siebenhundert historische Rosenstöcke die gesamte Anlage in einen romantischen Blütenzauber verwandeln.

Das Gartenjahr 2015 steht ganz unter dem Motto der Kräuter im Kloster. Eine neu eingerichtete Mönchszelle im Ittinger Museum widmet sich speziell diesem Thema.


Mehr Wissen 

Vortragsveranstaltungen und Führungen vermitteln vertiefte Informationen zur Geschichte und Leben in der Kartause Ittingen. In den Gartenführungen durch das ehemalige Kloster vermitteln kundige Führerinnen einen vertieften Einblick in Geschichte und aktuelle Nutzung der Gärten. Im Gang durch die Gärten öffnet sich ein breites Themenfeld von der mittelalterlichen Kräuterheilkunde über die Geschichte des Nutzungswandels bis hin zu Fragen der Ästhetik und Symbolik der Rosen. 

Kontaktieren Sie uns an unter 058 345 10 60 oder sekretariat.kunstmuseum@tg.ch und wir stellen für Sie ein massgeschneidertes Programm zusammen. 

Seit Juni 2014: Mit dem Audioguide auf vier Themenpfaden
"Garten & Landschaft", "Stille & Spiritualität", "Kunst & Reflexion", "Duft & Genuss"


Die Kartause Ittingen ist Partnerin des Netzwerks Bodenseegärten:

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